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19.12.2011:
Unser Kontingent für Le Mans 2012 ist fast komplett ausgebucht, die Teilnahme ist deshalb nur noch auf Anfrage möglich
Team Rollsplitt - 24 h Le Mans 2006 Drucken

Aufstehen, umdrehen, 10 m zurück fahren, sich anpöbeln lassen, Rolle aufheben, beschleunigen und innerlich fluchen. OK, die Übergabe geschieht dennoch problemlos, aber der Zeitverlust war mindestens 20 – 25 Sekunden.

18.00 – 20.00 Uhr: Bruno hat leichte Kreislaufprobleme und wird für zwei Runden ersetzt durch Sandro und Michel.

Rueschti hat nicht genug von den bevorstehenden Strapazen. Auf dem Weg zurück müssen wir ein Schiebetor passieren. Sabine machte ihren Liebsten auf den Fussheber aufmerksam. Null Problemo dachte er. Aber denken nützte nix – und schon lag er auf der Strasse.

00.00 – 02.00 Uhr: Anita stürzt. In der ersten Ablösung wird Anita in der langen Linkskurve nach der Abfahrt von einem Typen abgeschossen. Aber ganz ging dieser Zwischenfall nicht am Arsch vorbei. Schürfungen am Allerwertesten. Anita geht nach ihrer Runde zu einem vermeintlichen Samariterposten und lässt ihre Hosen herunter und versucht sich mit ihrem Bauernfranzösisch klar zu machen, dass sie eine Merfenration braucht. OK, diese Unbekannte Frau war keine Samariterin und verstand Anita erst, als sie Deutsch antwortete. Aber die Facts liessen auch Kommunikationsschwierigkeiten ausschliessen – und sie wurde verarztet.

02.00 – 03.00 Uhr: Sabine verliert viel Zeit wegen einer Gelbphase in der Abfahrt. 2 Athleten liegen auf der Strecke und das Feld wird abgebremst und aussen herum gewunken. Auch bei dieser Aktion ist etwa eine halbe Minute drauf gegangen.

04.00 – 06.00 Uhr: Die Flutlichtanlage im hinteren Bereich der Strecke fällt aus. Die Sicht ist extrem schlecht und weil die meisten kein Licht am Helm haben, sind die Konkurrenten fast nicht auszumachen in der Nacht. Nach etwa einer halben Stunde ist die Sicht wieder OK.

08.00 – 10.00 Uhr: Sabine bremst nicht mehr in der Abfahrt! Ein Erfolg und für unsere Mannschaft einen 20 s – Zeitgewinn pro Sabine-Runde. Irgendwie hat der Spruch: „Wer bremst – verliert“ absolut gewirkt.

15.00 Uhr. Fix sitzt auf der Tribüne und beobachtet die Szene von oben. Es ist kühl, ein leichter Wind weht und ich sitze im Schatten. Trotzdem erreicht das Thermometer hier oben 32.5°Celsius. Unten in der Wartezone auf dem Teer ist es noch einige Grad heisser. Noch eine gute Stunde ist zu laufen, dann sind die 24 h von Le Mans Geschichte. Zum Schreiben bin ich in den letzten 21 Stunden nicht mehr gekommen. Die wenige Zeit die zwischen den einzelnen Ablösungen blieb und auch der Gruppenablösungen – die musste genutzt werden. Auf der Rennstrecke teilten sich etwa 10 Teams eine Box. Überall liegen Matten, Luftmatratzen oder Liegebetten rum um die Erholung der Athleten so angenehm wie möglich zu machen. TNS hat auch die ganzen Esswaren und Getränke angeschleppt in die Box. Der Flüssigkeitsverlust ist enorm bei diesen Temperaturen. Pro Gruppe und Runde werden gut 2 l Wasser getrunken, in der Nacht ist es ein bisschen weniger als unter der glühenden Sonne. Wenn ich so auf das Geschehen hinunter schaue - unglaublich wie da zum Teil noch Power in den Beinen ist bei einzelnen Athleten. Zum Schluss geht es noch um die Taktik. 10 Minuten vor Schluss darf der Läufer nicht mehr gewechselt werden. Und wenn der letzte Läufer vor Ablauf der 24 h noch durchs Ziel läuft, dann wird eine zusätzliche Runde angerechnet. Diese wird jedoch nicht mehr Zeitrelevant sein, so dass auf dieser Runde gefeiert, gejubelt und am Publikum die Freude gezeigt werden kann. Ein fantastisches Bild das sich von der Tribüne herunter zeigt. Das Rennen ist beendet und so schnell geht es, bis niemand mehr an der Boxenmauer steht. Innert Minuten ziehen sich die Teams zurück und fangen mit den Aufräumarbeiten an, während ich die sich leerende Szene immer noch gemütlich von der Tribüne hinab beobachte. Und jetzt läuft auch der Besenwagen ein. Der letzte Athlet fährt vor den Autos – mit dem Longboard.

16.18 Uhr und das 24 h Rennen von Le Mans ist Geschichte.




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